Predigtimpuls Weihnachten

Gottes Licht wächst

Am Ende eines besonderen Jahres feiern wir ein besonderes Weihnachtsfest.
Am Fest des Kontaktes und der Begegnung heißt es Abstand halten.
In diesem Jahr wird einem nochmals besonders bewusst, wer an diesem Weihnachtsfest nicht mit uns feiert.
Wir vermissen die Kinder, Enkel, Oma und Opa, Eltern, Freunde und gute Bekannte.
Da legt sich ein Schatten über das Fest.
Weihnachten möchte genau da hinein einen Lichtstrahl senden:
Wer ein Dunkel spürt, über dem strahlt ein Licht auf,- der Propheten Jesaia verkündet Hoffnung.

Ein Weihnachtslicht auch im tiefen Dunkel, wo Menschen auf eine Gemeinschaft verzichten müssen, die der Tod beendet hat, wo jemand mit einer schweren Krankheit ringt, wo Kontakte abgebrochen worden sind oder aber, wo Gewalt ein Leben in Gemeinschaft zerstört.
Trotz alledem- auch wenn wir sagen in diesem Jahr ist alles etwas anders- das Weihnachtsfest möchte eine Konstante bleiben für Kontakt und Begegnung: Für die Menschliche, soviel wie möglich ist, und mit allen technischen Möglichkeiten, die uns bekannt sind. 
Ein Rückzug in mich selbst, ein Rückzug nur noch in mein eigenes Leben, kann nicht die Antwort sein.
Das mag für eine gewisse Zeit hilfreich sein, darf aber die gesellschaftliche Gemeinschaft und Verbundenheit nicht aus dem Blick verlieren.
Niemand lebt alleine. Niemand ist auf sich alleine gestellt.
Das Weihnachtsfest möchte uns dafür Zeichen sein:
Ein Lichtblick,  für Alle. - Wir schauen mit dem Gotteskind auf ein Licht, das immer größer wird. So wie Kinder eben wachsen.

Bunte Täfelchen auf unserem Krippenbild, zeigen uns, wie das Licht Gottes wächst und sich ausbreitet, in alle Richtungen. Schon im Advent sind sie entstanden, bemalt von Kindern und Erwachsenen. Sie verkünden, dass das Licht von Weihnachten ausstrahlt in das Leben und in die Gegenwart:
Da ist das Bunte im Leben, da ist strahlendes Licht, da sind die Engel mit der guten Nachricht, da ist die Freude über so vieles was uns geschenkt ist.
Lichtblicke, die ihren Ursprung haben im Licht von Weihnachten, welches sich mit dem Gotteskind in die Krippe legt und in unser Leben legt.
Und dieses Gotteslicht wird wachsen und den Menschen das schenken, was wir mit Weihnachten feiern:
Die Zuversicht, dass das Licht da ist bei uns, auch in den Schatten; 
Das Ja Gottes, zu meinem und unser aller Leben;
Den Durchbruch der Dunkelheit;
Und- Kontakt: Ein Licht leuchtet nie für sich alleine. Es strahlt immer aus.
Das wäre auch heute eine weihnachtliche Möglichkeit miteinander verbunden zu sein: zünden wir füreinander Licht an, so wie Gott uns mit der Geburt Jesu Christi ein Licht geschenkt hat.
Ein Licht das wächst, Vertrauen schenkt und Hoffnung stiftet und uns im Geiste miteinander verbindet.

Text: Pfarrer Roland Knäbler
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Impuls zum 4. Advent

Predigt am 4. Advent 2020

Liebe Gemeinde, liebe Mitchristen,
oder darf ich Sie mit den Worten des Engels begrüßen:
„Gegrüßet seid Ihr, Ihr Begnadeten!“ ?
Wer würde bei solch einer Begrüßung nicht erschrecken?! Ich kann voll und ganz nachvollziehen, dass Maria damals in Nazareth vermutlich zuerst einmal zusammengezuckt ist, sich umgeschaut hat, ob da noch jemand im Raum ist, die gemeint sein könnte.
Da war zum einen dieser Engel, der ihre Stube so mit Licht erfüllte, dass sie geblendet war. Aus ihrer jüdischen Tradition wusste Maria, dass in diesem Engel Gott selbst gegenwärtig ist.

Das allein ist schon Anlass genug für Furcht und Er-Schrecken.  - Und dann waren da diese Worte des Engels: „Sei gegrüßt, du Begnadete!“ So eröffnet der Engel sein Gespräch mit Maria. Mitten in den Alltag, mitten in die Arbeit, in die täglichen Sorgen Marias ist dieser Engel hineingeplatzt. Ohne Terminvereinbarung, ohne Vorankündigung. Aber voller Kraft. (Das sagt schon sein Name: „Gabriel“ – „meine Kraft ist Gott!“)

Er bringt durch seine Gegenwart Gottes Gnade in Maria zum Leuchten. Er erinnert sie daran, dass Gott schon längst in einer ganz besonderen Weise bei ihr ist und sie auserwählt hat. Heute nun wird diese Erwählung für Maria konkret: ihr Auftrag heißt, dem „Sohn des Höchsten“ das Leben zu schenken und ihm Mutter zu sein. In ihr soll das Versprechen Gottes aus dem Alten Testament ganz konkrete Gestalt annehmen: nämlich, dass Gott den Menschen nahe ist.

Wie das gehen soll? fragt Maria.

Diese Frage hatte sich schon König David gestellt. Während er  meint, Gott ein Haus bauen zu müssen –  damit Menschen ihn dort anbeten und feiern können oder gar damit Gott dort wohnen könnte – korrigiert ihn Gott und sagt: ich werden Dir ein Haus bauen. Während David an ein Haus aus Stein dachte, an einen Tempel, dachte Gott daran, dass er bei und in den Menschen Wohnung nehmen möchte. Das Haus aus Stein ist – wie alles Materielle – vergänglich, (und Gott lässt sich weder in einem Tempel noch in einer Kirche einsperren!). Was wirklich krisenfest sein soll, kann allein von Gott kommen und braucht einen Platz in unserem Herzen. So verspricht Gott dem großen König David einen leiblichen Sohn, für den er – Gott selbst – Vater sein wird. Dieser Sohn Davids muss in Bethlehem geboren werden – genau wie David selbst … Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas erzählt uns davon.

Interessant und bemerkenswert ist, dass nicht David für Gott etwas Großes, Repräsentatives bauen darf, sondern dass Gott IHM etwas Großes schenkt, dass Gott den Menschen und Herrscher David zum Empfangenden macht. Gott ist der Schenkende, wir sind die Empfangenden.

Auch Maria ist eine Empfangende! Der Engel antwortet auf ihre Nachfrage, wie das alles geschehen soll: „Heiliger Geist wird über dich kommen, die Kraft des Höchsten.“
Die Kraft des Höchsten
Licht aus der Höhe
Gott selbst
will Wohnung nehmen in Maria!

Welchen Mut und welches Vertrauen setzt Maria ein, indem sie dem Engel antwortet: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du es gesagt hast!“ Maria ist fest davon überzeugt, dass es stimmt, was der Engel ihr mitteilt: Für Gott ist NICHTS unmöglich! Deshalb ist sie bereit, dieses Geschenk, diese Gnadengabe – aber auch diese Herausforderung - anzunehmen und ihr Leben ganz in den Dienst Gottes zu stellen. Sie ist bereit, ihre eigenen Pläne aufzugeben und ihr Leben fruchtbar zu machen – um der Erlösung unserer Welt und unserer Seelen willen. Sie ist bereit, das Licht Gottes zu empfangen, um es in die Dunkelheit, die Schuld und den Unfrieden der Welt und jedes Einzelnen hineinleuchten zu lassen. Gott hat einen neuen Anfang gemacht. Maria hat JA dazu gesagt.

Und wie kommt Gott heute in unsere Welt?  Wie begegnet er uns? Meist eher unscheinbar und unspektakulär, nicht so strahlend und blendend hell wie ein Engel, aber immer auch mit einer Botschaft an uns! Auch wir dürfen die Gnade Gottes in uns selbst und in unserem Gegenüber wahrnehmen, uns zusagen lassen und sie in vielen kleinen Zeichen unserer Begegnungen zur Wirkung bringen. Ich will Ihnen dazu eine Geschichte erzählen. Sie spielt zwar „vor Corona“, ist aber ganz sicher auch trotz Mundschutz und Abstand umsetzbar:
Ein kleiner Junge wollte Gott treffen.
Er packte einige Coladosen und Schokoriegel in seinen Rucksack und machte sich auf den Weg. In einem Park sah er eine alte Frau, die auf einer Bank saß und den Tauben zuschaute.

Der Junge setzte sich zu ihr und öffnete den Rucksack. Als er eine Cola herausholen wollte, sah er den hungrigen Blick der Frau. Er nahm einen Schokoriegel heraus und gab ihn der Frau. Dankbar lächelte sie ihn an - ein wundervolles Lächeln!

Um dieses Lächeln noch einmal zu sehen, bot ihr der Junge auch eine Cola an. Sie nahm sie und lächelte wieder, noch strahlender als zuvor.
So saßen die beiden den ganzen Nachmittag im Park, aßen Schokoriegel und tranken Cola, ohne auch nur ein Wort zu sprechen.

Als es dunkel wurde, wollte der Junge nach Hause gehen. Nach einigen Schritten hielt er inne, ging zurück und umarmte die Frau. Die schenkte ihm dafür ihr allerschönstes Lächeln.
Zu Hause fragte ihn seine Mutter: „ Was hast Du denn heute Schönes gemacht, dass Du so fröhlich aussiehst?“ Der Junge antwortete: „Ich habe mit Gott Mittag gegessen – und sie hat ein wundervolles Lächeln!“ 
Auch die alte Frau war nach Hause gegangen, wo ihr Sohn sie fragte, warum sie so fröhlich aussehe. Sie antwortete: „Ich habe mit Gott Mittag gegessen – und er ist viel jünger, als ich dachte!“

Gehen auch wir öfter mal hinaus zu den Menschen, um Gott zu treffen!

Text: Gabriele Ruppert
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Impuls zum 3. Advent

3. Advent (B), Jes 61, 1-2.10-11; Joh 1,6-8.19-28

Sorge um das Weihnachtsfest
Im Kirchenraum umgeben uns die bunten Lichtstrahlen der Kinder und vor dem Altar schauen wir das Licht, das uns aus der Krippe entgegenkommt. Ein vorweihnachtlicher Blick. Das ist hier im Raum so.
Wie ist das draußen?
Wie groß sind die Chancen draußen, im gesellschaftlichen Leben, dass wir da einen vorweihnachtlichen Blick haben?
An diesem Wochenende rücken sich ja das Coronavirus und der Umgang mit dem Infektionsgeschehen sehr stark in den Mittelpunkt.
Da wachsen Angst und Sorge, dass 6000 Menschen, allein in Deutschland, das Weihnachtslicht nicht mehr sehen, weil sie vorher sterben, da ist die Sorge um den Schutz der Kranken, der Älteren, da ist die Suche danach, wie das Infektionsgeschehen eingedämmt werden kann, bis die Impfstoffe helfen.
Wenn es einen vorweihnachtlichen Blick gibt, dann richtet sich der darauf, wie die Weihnachtstage als Fest der Familie und Familienbegegnung gerettet werden können. Ja, das treibt viele um und ist eine wichtige Sorge, damit an Weihnachten nicht Einsamkeit herrscht.

Auffallend ist, dass in der Öffentlichkeit das christliche Weihnachtsfest keine Rolle spielt. Dabei könnte der Blick darauf noch einmal eine andere Zuversicht setzen, dass es ein Licht am Ende des Tunnels gibt, wie Ministerpräsident Armin Laschet seiner Hoffnung Ausdruck verleiht auf die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen. 

Lichtstrahlen der Hoffnung und Freude
Der dritte Advent setzt uns dazu das weihnachtliche Licht der Hoffnung von Gott her in den Mittelpunkt. Der Prophet Jesaia sieht es als seine Sendung an den Bedürftigen eine frohe Botschaft zu bringen. Er möchte zerbrochene Herzen heilen. Gott lässt Gerechtigkeit wachsen, das möchte er den Menschen sagen. Jesaia verkündet mit dem Gnadenjahr für Alle, ein soziales Programm, Schuldenerlass und Pachterlass, die Wiederherstellung der Menschenwürde. Das ist es, wonach die Menschen seiner Zeit suchen:
Es herrscht Armut, die Menschen sind niedergedrückt, die Gesellschaft leidet unter ungerechten Verhältnissen. Nicht alle können menschenwürdig leben und das schafft zerbrochene Herzen:
Das Gefühl einer tiefen Trauer, verlassen zu sein und nichts wert zu sein, Enttäuschung über das Leben und Menschen. Da hineingesprochen tut diese lichtvolle Botschaft des Jesaia gut, dass Gott eine frohe und zukunftsvolle Botschaft hat. Einen eins zu eins Vergleich von damals zu heute kann man nicht machen, aber, dass Gott eine lichtvolle und heilvolle Botschaft für Bedrückte, Erkrankte und Suchende hat, das gilt. Ebenso, dass jeder Mensch ein Recht auf Menschenwürde und Leben hat und schützenswert ist, gleich in welchem Alter. Das nimmt auch die Stimme auf, die wir am dritten Advent hören. Diese Stimme des Rufers in der Wüste, wie Johannes von sich sagt, die Stimme des Rufers für Jesus und für Gottes Licht. Er ist nicht selbst das Licht. Er ist der Lichtverkünder: 
"Das Licht Gottes ist unterwegs". Zu Allen. Macht euch bereit, es zu empfangen – ist seine Botschaft. Mit Jesus kommt der Christus, der Gesandte Gottes, der die Augen und die Herzen für das Leben noch einmal neu öffnet. Das dürfen wir für uns annehmen:
Wir sind nicht alleine, auch wenn Andere nicht da sein können. Da kommt einer auf uns zu, von Gott. Richten wir es für uns weihnachtlich her, stellen wir das Licht auf den Tisch. Freuen wir uns darüber, dass wir es Gott wert sind, dass wir da sind, dass wir durch sein Licht verbunden sind, mit denen, die nicht da sein können. Für ein solches christlich gedachtes Weihnachtsfest könnten wir wie Jesaia und Johannes auch Zeuginnen und Zeugen sein.

An Stelle des Blicks auf alle Einschränkungen, auf Krankheiten und Traurigkeiten, könnten wir Lichtverkünder und Verkünderinnen sein. Mutmacher durch unsere Worte, Trösterin, Zuversicht schenkend, das Licht der Hoffnung verbreitend, eben Stimme sein, die aus dem christlichen Weihnachtsfest lebt, hofft und darauf hinweist.
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Impuls zum 2. Advent am Nikolaustag

2. Advent (B), Jes 40, 1-5.9-11; Mk 1,1-8

Das wachsende Licht – Strahlen der Güte
Im Kirchenraum sind bemalte Lichtstrahlen. Sie sagen: 
In all unseren Lebenslagen möchte uns Gott einen Licht-strahl senden:
Den bunten der Freude, das Licht der Hoffnung, den Strahl des Trostes.
Der zweite Advent zeigt uns, wo das Licht seinen Ursprung hat und wächst.
Gottes Licht beginnt aus der Krippe zu wachsen.
Wir hören, am zweiten Advent, von vier Menschen, die das Licht von Gott verkünden.
Da ist der Prophet Jesaia.
Er ist überzeugt, Gottes Licht wird die Dunkelheit vertreiben.
Die schweren Jahre für das Volk werden ein Ende haben.
Die Krise und das Leid werden überwunden sein.
Der Prophet Jesaia ruft dazu auf sich bereit zu machen, dass Gott offene Herzen und Menschen findet, bereit ihn zu empfangen.
Mit Gott umgibt die Menschen das Licht der Fürsorge und Güte:
Wie ein Hirt kümmert er sich, Gott führt und leitet, er trägt, diejenigen, die nicht alleine können.
Ein behutsames, aber auch starkes Licht, in das Gott die Menschen stellt.
Der zweite Lichtverkünder heute ist Johannes der Täufer.
Er ist der Bote für das Licht, das Gott mit Jesus in die Welt sendet.
Dieses Licht von Jesus wird alles verändern:
Seine Botschaft wird für die Menschen eine gute Nachricht sein.
Sie wird Rettung bedeuten, weil sie zum Frieden aufruft.
Mit Jesus wird den Menschen eine neue Zukunft geschenkt, persönlich, weil er sie heilt;
Gesellschaftlich, weil er für Gerechtigkeit eintritt.
Es ist ein neuer Geist, der im Licht von Jesus sichtbar wird, der die Menschen erfüllt:
Die Kraft der Liebe Gottes erfasst die Menschen.
Ein starkes Licht, wächst aus der Krippe heran.
Der dritte Lichtverkünder ist der Heilige Nikolaus, der gütige Bischof von Myra.
Er hat das Licht von Gottes Liebe nicht nur mit Äpfeln, Nüssen, und Schokolade verteilt.
Kennen Sie die Geschichte von Nikolaus und Avarizzo?
- In Myra, der Stadt von Bischof Nikolaus, wohnt Avarizzo. Sein Haus hat einen großem Garten. Alles ist offen. Kinder werden von ihm beschenkt. Auch an-dere kommen und fragen um Rat: Er hilft und hat ein offenes Herz.
- Eines Nachts geschieht etwas. Er hört eine Stimme, die ihm zuflüstert: ‚Was geht dich die Not Anderer an! Ich weiß, wie du zum mächtigsten Mann wirst. Es hat aber seinen Preis: Gib mir dein weiches Herz und ich gebe dir ein hartes Herz, aus Stein. Dann denkst du nur noch an dich und wirst groß und mächtig‘.
- Avarizzo tauscht und ab dem nächsten Morgen blickt er finster in die Welt, hat keinen Blick mehr für das Schöne, das Haus bleibt verschlossen, er gibt nichts mehr her, Leute die um Rat fragen, schickt er weg. Ich will der Reichste sein! Das wird er, aber auch einsam, ohne Freude und Freunde, Andere fürchten sich.
- Bischof Nikolaus bekommt das mit und überlegt, was kann ich tun, dass Avarizzo wieder ein weiches Herz bekommt? Und dann macht er sich auf den Weg. Er klopft.
- Avarizzo will schon sagen: Was willst du?! Aber die Worte bleiben ihm stecken: Zwei gütige Augen sehen ihn an. „Avarizzo! Der Friede sei mit dir!“ Dann legt Nikolaus auch noch die Hand um seine Schulter und sagt: „Gottes Liebe wohnt in unseren Herzen. Auch in deinem. Gib ihr Platz, auch in deinem.“
- Alles verändert sich: Avarizzo denkt: er verachtet mich nicht, schaut mich mit Liebe an, gibt gute Worte. Und es ist, als fiele ihm der schwere Stein vom Herzen. Liebe und Freude kehren in sein Herz zurück. Er spürt wieder sein menschliches Herz. Und alles wird wieder offen, er schenkt wieder, gibt einen guten Rat.

So wird der Heilige Nikolaus zum Lichtverkünder und lässt das Licht weiter wachsen durch seine Güte und sein Herz für die Menschen. Bleibt noch der vierte Lichtverkünder:
Das sind wir selbst. 
Wir sind heute dran, das Licht Gottes weiter wachsen zu lassen.
Wir dürfen für uns den Schein aus der Krippe aufnehmen, im Licht Gottes leben.
Gott traut es uns aber auch zu, dass wir sein Licht durch unsere Art zu leben und zu handeln zu den Menschen tragen.
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Impuls zum 1. Advent

1. Advent (B), Jes 6316b ff; Mk 13,33-37
Wachsam sein für die Lichtstrahlen des Advents


Ausschau

Im Kirchenraum sind die Lichtstrahlen der Kinder aus der Erstkommunionvorbereitung. Sie verkünden uns buntes Licht, Freude, den Stern von Weihnachten. Auf ihnen findet sich das Licht der vier Kerzen, die uns auf die Wartezeit hinweisen, bis wir das Weihnachtsfest feiern. Die Farben zeigen Lichtstrahlen der Freiheit, der Rettung, der Hoffnung und der Liebe. Alle Lichtstrahlen gehen auf ein Licht zurück:
Es ist das Licht des Advents Gottes, der Ankunft Gottes und der Zuwendung Gottes zu den Menschen. Die Adventszeit ruft uns dazu auf, wachsam zu sein, dass wir das Licht Gottes entdecken, uns so aufstellen mit unseren Sinnen und unserem Leben, dass der Lichtstrahl Gottes uns treffen kann. In jeder Lage.

Das Gebet des Propheten Jesaia ist uns ein Beispiel dafür.
Als die Stadt Jerusalem in Trümmern liegt, als alles zerstört ist durch die Gewalt und den Unfrieden der Menschen, als Menschen trauern über ihre Situation, als sie verzweifelt sind, als alles aus den Fugen zu geraten scheint, da stellt sich der Prophet Jesaia hin und betet:
Gott, wir hoffen auf dich.
Wir hoffen auf deine Hilfe. 
Du gibst denen Gutes, die auf dich hoffen.
Auch wenn wir dir nicht treu waren- du bist unser Vater.
Wende dich uns zu.
Reiß den Himmel auf und komm!- Da steckt ja schon viel Sehnsucht und Hoffnung und Bedürftigkeit.
Wenn man sich so vor Gott hinstellt, dann hat man gute Chancen vom Lichtstrahl Gottes auch getroffen zu werden.
Wenn ich mich so bereit vor Gott hinstelle, dann gebe ich ihm eine Chance, dass er zu mir kommen kann und darf.
Dann geschieht Advent- Ankunft von Gott!

Es ist in diesem Jahr ja schon ein bisschen schade, dass wir die bunte Lichterwelt der Weihnachtsmärkte nicht so erleben können, wie sonst.
Vielleicht birgt sich darin aber ja auch die Chance, dass wir wacher sind für das Licht Gottes, das uns anstrahlen und führen möchte.
Wir haben dabei eine wichtige Aufgabe.
Jesus ruft uns dazu auf, dass wir Türhüter sein sollen.
Seid wach in eurem Leben wie ein Türhüter.
Das ist eine große Verantwortung.

Ein Türhüter hat die Aufgabe Gefahren zu sehen, nur die richtigen Menschen hereinzulassen, die Türen rechtzeitig zu schließen, wenn es dunkel wird, aber auch zu öffnen und zu empfangen, wenn ein
Besuch kommt. 
Für mein Leben bin ich selbst die Türhüterin und der Türhüter:
Ich muss wach sein für alles, was mit mir geschieht. Wenn ich die Augen verschließe und unaufmerksam bin, dann merke ich nicht, was mir Böses droht und wenn Gefahr kommt.
Ich merke aber auch nicht, wenn Gutes auf mich zukommt. 
Das gilt für mein Leben und für meinen Glauben.

Jesus erinnert uns: Bleibt wach für euer Leben und für den Advent, für die Ankunft von Gott.
Bleibt wach für sein Licht, das in unsere Gegenwart und unser Leben strahlt: 
Für seine bunte Welt, für seinen Trost und seine schützende Hand, für die Hoffnung auf Licht in meinem Leben, für das große Licht, das er uns mit Jesus und seiner Botschaft schenkt.